Systemischer Ansatz

Der Systemische Ansatz betrachtet das Individuum, das Paar und die Familie oder Gruppe als System, bei dem die einzelnen Teile miteinander in Interaktion sind und sich gegenseitig beeinflussen. Dadurch entstehen Veränderungen im System und es werden verschiedenen Verhaltensweisen gezeigt. Diese werden oft als "Symptom" bezeichnet oder als "auffällige Verhaltensweisen". Im Rahmen der systemischen Therapie werden jene Verhaltensweisen stets wertfrei und funktionell betrachtet. Hier hilft die Vorstellung eines Mobiles, dessen einzelne Teile miteinander in Beziehung stehen und bei dem die kleinste Bewegung eine Veränderung der gesamten Konstellation mit sich bringt. Diese Bewegungen können beispielsweise Aussagen oder Verhaltensweisen darstellen.

Jeder Mensch verfügt über eine bestimmte Anzahl an Ressourcen. Diese Ressourcen können Eigenschaften, Verhaltensweisen, Wissens- und Kenntnisstand oder andere Menschen, also soziale Kontakte, sein und darstellen. Die ressourcenorientierte Sichtweise und die wertschätzende Haltung sind die wichtigsten Aspekte in der Systemischen Arbeit.

Das wichtigste auf diesem gemeinsamen Weg ist eine wertschätzende und von Respekt charakterisierte Gestaltung. Ich werde Sie so annehmen und sehen, wie sie sind und bedingungslos auf diesem gemeinsamen Weg wertschätzen.

Was bedeutet "Systemische Therapie"?

Am einfachsten kann man diese Frage anhand der Beschreibung eines Mobiles beantworten. Mit Mobile wird eine Art Gebilde aus Spielzeugfiguren gemeint, welches über dem Kinderbett hängt. Die Figuren hängen jeweils an einer Schnur und diese sind wiederum miteinander über ein horizontales Stück aus Holz, Kunststoff o.ä. miteinander verbunden und so weiter. Jede Figur ist folglich mit jeder anderen Figur im System verbunden. Eine einzige kleine Aktion an irgendeiner Stelle genügt und das gesamte System wird in Bewegung gebracht und erlebt eine kleine oder große Veränderung.

Und nun kann man das Bild des Mobiles auf ein Familiensystem übertragen. Jedes Familienmitglied ist mit jedem anderen verbunden und nur eine kleine Aktion, zum Beispiel in Form einer Aussage, Reaktion oder Verhaltensweise, bringt das gesamte System in Bewegung.

Wenn man dies nun auf ein Paar als System und eine Paarbeziehung überträgt, kann man sich gut vorstellen, dass eine kleine Bewegung die Mitglieder des Systems beeinflussen und bewegen kann. Die Mitglieder eines Paares sind in ständiger Interaktion miteinander, selbst wenn sie nicht kommunizieren oder interagieren und dies wird anhand des systemischen Ansatzes deutlich. Denn auch das Rückzugsverhalten eines Partners bewirkt etwas bei dem anderen Partner.

Betrachten wir nun das Individuum. Jeder Mensch, jede Seele wird als System mit unterschiedlichen Anteilen betrachtet, die miteinander verbunden sind. Jene innere Anteile können z. B. das Glaubenssystem mit seinen Glaubenssätzen sein, die Sicht über die Welt und inneliegende Strategien, mit denen man auf die Außenwelt reagiert. Weiterhin gibt es innere Anteile, die beispielsweise in besonderem Maße sozial angepasst, ängstlich, abhängig oder trotzig und revolutionär sind. Tatsächlich kann man den sogenannten "inneren Schweinehund" auch als einen seelischen Anteil bezeichnen, der in Interaktion mit den anderen Teilen ist und immer wieder versucht, das Verhalten des Individuums zu beeinflussen.

Und schnell wird einem klar, dass es hier viele verschiedene Ebenen gibt. wenn man zum Beispuel mit einer gesamten Familie arbeitet, gibt es die Elternebene mit der elterlichen Paarbeziehung und dann die Kinder, die sich auf der Geschwisterebene befinden. All diese Individuen bringen ihre inneliegenden seelischen Anteile mit, die wiederum in Beziehung miteinander sind. Wenn man also versucht, dieses gesamte System mit seinen einzelnen Subsystemen darzustellen, wird einem die Komplexität innerhalb der Arbeit der Systemischen Familientherapie schnell bewusst.

Folgende Methoden können zum Einsatz kommen: Genogramm, Familienmap (nach Minuchin), Hypothesenbildung, Systemische Fragetechniken (z.B. zirkuläres Fragen oder Skalierungsfragen), Reframing (Umdeuten von Ereignissen), Netzwerk- oder Ressourcenkarte, Aufstellungsarbeit anhand der Familienskulptur oder des Familienbretts, Rollenspiele und biographische Arbeit anhand eines Zeitstrahls, der timeline oder der Seilarbeit. Weiterhin gibt es kreative Techniken, wie das Zeichnen des familiären Wohnraumes oder der Familie in Tieren, um familiäre Rollen und Verhaltensweisen aus kindlicher Sicht sehen zu können. Des Weiteren gibt es das sog. Familienwappen, welches vor allem ressourcenaktivierend und stärkend wirkt.

Wenn Sie mehr wissen wollen, können Sie sich jederzeit vertrauensvoll an mich wenden.